September 27 2016

[Gartenschauen] Die Gruppe Baum und Busch Wilhelmsburg fordert den Rücktritt Heiner Baumgartens als BUND-Landesschef in Niedersachsen.

Sein Wirken als igs-2013-Geschäftsführer steht klar konträr zum Naturschutzgedanken;

in seiner Verantwortung wird der Bevölkerung ein wertvoller Grünraum genommen – für zwei bis drei Jahre gänzlich, später soll ein Volkspark des 21. Jahrhunderts bleiben: Mit viel Kommerz und Beton.

Der nachfolgende Text ist ein Informationsangebot über das Geschehen um die Gartenschau.

Es geht um Grundsätzliches im Agieren der igs, geschrieben aus Sicht eines naturschutzaktiven Menschen, der bis vor kurzem noch im Stadtteil lebte. Dabei geht es nicht nur um Naturschutz, sondern auch die Umstrukturierung des öffentlichen Raums, die die igs für das „Unternehmen Hamburg“ beispielhaft vornimmt.

 

Wilhelmsburg verliert sein grünes Gesicht Zum Beispiel Bäume
• Die Entgrünung und Versiegelung für igs und IBA hat auf der Elbinsel Wilhelmsburg Flächen ungeheuren Ausmaßes betroffen. Für die Schaffung einer „Neuen Mitte“ des Stadtteils wurden durch IBA, igs und ihnen zugeordnete Instanzen sowie durch angelockte Investoren 5000-6000 Bäume gefällt, wesentlichen Anteil daran hat die igs. Dabei ist die genaue Zahl nicht wirklich bekannt (s.u.), auch wenn es „offizielle“ Zahlen dank einer parlamentarischen Anfrage gibt. Bäume sind nicht das einzige Grün, das vernichtet wurde, sind aber ein populärer Teilaspekt, der deutlich macht, wie der Umgang mit Umwelt-Schutzgütern in der Realität war.

 

Genehmigungen und Zahlen: Die Gesamtplanungen sind auf zahlreiche B-Pläne und Einzel­vorhaben aufgeteilt, für die dann wiederum jeweils zeitlich gestaffelt Fällungen beantragt wurden. Zusätzliche Fällungen sind hinzugekommen, da während der Bauarbeiten weitere Bäume sich als störend erwiesen oder aus Versehen irreparabel beschädigt werden. Weitere Fällungen wurden erst durch Zufallsbeobachtungen bekannt oder sie wurden mit „Altgenehmigungen“ begründet. Auch gibt es keine klar definierte Stelle, die die Genehmigungen erteilt. Immer wenn es igs oder IBA gelang, ein Stück Gartenschauland zu verkaufen (dazu später), trat der Investor als Antragsteller auf; die Fällungszah­len fielen dann aus der igs-Statistik heraus und vor allem: sind nicht öffentlich. Anfangs wurde sogar versucht, die Zahlen der igs aufgrund ihrer privaten Rechtsnatur nur in nichtöffentlichen Gremiensitzungen zu besprechen. Die Gesamtsituation ist somit völlig undurchsichtig.

 

• Der Baumausgleich wird oft als nicht notwendig erachtet (etwa wenn Bäume ‚zu dicht’ stehen, heißen Fällungen ‚Bestandspflege’ und sind ausgleichsfrei). Mit der verbleibenden Ausgleichs­verpflichtung wird flexibel umgegangen: Ein Großteil der neugepflanzen Bäume findet sich abgeschoben in einer Baumsammlung auf einem Spülfeld am Rande des Stadtteils (in diesem Falle auch: am Rande der Stadt) am Stillhorner Weg. Für dieses Gebiet ist eine Landschaftsschutzgebietsverordnung vorgesehen, in der die Baumschutzverordnung von 1948 eigens außerkraftgesetzt wird, da Bäume hier ein kulturlandschaftsfremder Störfaktor sind. Andere Ersatzpflanzungen finden sich im Gelände der igs in dichter Aufstellung chancenlos verschattet direkt unter den verbliebenen Bäumen. Weitere Pflanzungen werden für die Zukunft versprochen – dann aber wird die verantwortliche igs-GmbH abgewickelt sein. Schließlich wird der Rest der Ersatzverpflichtung durch Geldzahlung abgelöst.

Überdies könnte von einem echten Ausgleich – insbesondere des nachfolgend thematisierten Umweltnutzens – nur gesprochen werden, wenn nicht die Zahl der Bäume, unabhängig von Größe und Alter, verrechnet würde, sondern das real verlorengegangene Grünvolumen.

 

Positive Umweltfaktoren werden ersatzlos vernichtet
Staub-/Schadstoffbindungsfunktion, Abpufferung klimatischer Effekte, Schutz vor optischem Lärm, reale Erholungsfunktionen, darunter die psychische Gesundungswirkung von Grün(volumen) und Natur werden insbesondere durch die Maßnahmen der igs ersatzlos beseitigt. Hier ist zu bedenken, dass der Stadtteil stark immissionsbelastet ist, Hafen/Schiffsabgase, Verkehr und aktuell viele Baustellen seien genannt; durch das Kohlekraftwerk Moorburg und die geplanten zusätzlichen Autobahnen (verlegte und verbreiterte Reichsstraße und Hafenquerspange) wird sich die Belastungslage nochmals drastisch verstärken. Das Fehlen von Umweltgerechtigkeit ist für die aktuelle Stadtpolitik typisch: Der wohlhabenderen Bevölkerung etwa in Nienstedten werden keine großen Parkanlagen abgeholzt, sondern dies geschieht insbesondere Gegenden mit „schlechterer“ Bevölkerung, für die sich der Zugang zu positiven Umweltfaktoren noch weiter erschwert. Dabei findet sich durchaus ein Widerspruch zum Vorhaben, die Wilhelmsburger BewohnerInnenschaft zu vermehren und durch Aufwertung zu verbessern – offenbar aber wird hier versucht, das real abhandengekommene Grün durch entsprechend verbreitete Images („Wilhelmsburg ist grün!“) auf der virtuellen Ebene zu ersetzen – wobei immer wieder deutlich wird, dass die Politik sich verstärkt um die Vermarktbarkeit der Stadt kümmert, weniger um die realen Lebensbedingungen der Menschen in ihr.

• Die Absenkung der Grundwasserstände mit Klimawirkung durch das aus dem Moorboden-Abbau freigesetzte CO2 wird nirgendwo bilanziert.

• Der Lebensraum von Pflanzen und Tieren wird weitgehend ersatzlos zerstört: Durch die schon genannte Kleinstückelung der Planung wird es zum generellen Grundprinzip, die Eingriffe jeweils zu bagatellisieren. Motto: Der seltene Vogel kann ja noch nebenan brüten, die hier vernichtete Fläche ist ja nur verhältnismäßig klein. Allerdings: Überall nebenan hat ein anderer „kleiner Eingriff“ den Lebensraum vernichtet. Der Artenschutz wird so effektiv ausgehebelt, indem ein gigantischer und flächendeckender Eingriff formal in lauter wenig relevante Eingriffchen zerlegt wird, die zusätzlich im Nachhinein auch gerne jeweils noch ein wenig größer ausfallen.

Der Boden ist ein völlig ignoriertes Thema. Die flächendeckende Aufschüttung von Abraum aus anderen Großbaustellen ist keiner zugänglichen Planunterlage zu entnehmen. In den eilig im Auftrag der igs erstellten und dann oft im Zustand der „Vorweggenehmigungsreife“ eingefrorenen B-Plänen gibt es zum Boden keine Aussage, was als Begründung genommen wird, auch keinen Ausgleich für die Vernichtung der natürlichen Bodenfunktionen leisten zu müssen.

• Ende März 2012 wurde beim Rammen der „Monorail“-Stützpfeiler Niedermoorboden, der dort in tieferen Schichten in flüssiger Phase vorliegt, von unter der Reichsstraße an die Oberfläche geleitet, weswegen die Straße absackte und neu wieder aufgebaut werden musste.

• Die historische Kulturlandschaft mit ihren über Jahrhunderte gewachsenen Strukturen wie Deichlinien, Beetgräben und Wettern wird flächig aufgeschüttet und in eine am Schreibtisch erfundene Modellandschaft gewandelt. Ein kulturlandschaftsfremder, winklig ins Gelände geschnittener Kanukanal (s.u.) sollte nicht als Eingriff gewertert werden, sondern nur als Ertüchtigung des bestehenden Oberflächenentwässerungs­systems, die prospektierte touristische Funktion wurde zunächst verschwiegen. Der Bezug auf die bestehenden Teiche bleibt weiterhin kritisch, denn ihre Brutrevierfunktion ist gefährdet, wenn Touristen dort ihren Freizeitsport verüben. Zudem hat sich das Wasser des Kanals schon im April 2012 in einen Algenbrei gewandelt, mutmaßlich durch Mineralisation des entwässerten Bodens – ein Beispiel für „unerwartete“ Folgen von unüberlegten und einzelinteressengeleiteten Eingriffen in gewachsene Ökosysteme.

 

Wenig Ausgleich für zerstörte Flächen
Der Ausgleich ist unüberblicklich, soweit er nicht ganz vermieden wird, weil es so viele Einzelverfahren gibt. Er wird gern auf immer wieder gleichen Flächen untergebracht, woduch der Verdacht besteht, dass konkrete Ausgleichsmaßnahmen mehrfach angerechnet werden.

• Bei der Berechnung wird getrickst: Ein beseitigter Pionierwald auf brachem Bahngelände wird als biologisch wertloses Bahngelände bewertet, der vorher waldartige Park wird gleich bewertet wie der neue Park, der einen hohen Anteil vegetationsloser Flächen (Wege, Sportanlagen, Konzertbühnen, Gastronomie…) aufweist. Ein gesetzlich geschützter Sumpfwald wird solange ausgetrocknet, bis er „von selbst“ weitgehend den Schutzstatus verliert etc. Der so reduzierte Ausgleichsbedarf wird dann hauptsächlich für den Erhalt anderer gesetzlich geschützter Biotope in städtischer Hand verwendet, die durch vorige falsche Pflege degradiert wurden. Die obliegende Korrektur der Pflege wird jetzt aber als „Ausgleich“ bezeichnet. Und da es sich um offenes Feuchtgrünland im Wilhelmsburger Osten handelt, wurden dort weitere Bäume gefällt, die nun allerdings nicht mehr ausgleichspflichtig waren, sondern umgekehrt Teil des Ausgleichs wurden.

Ohne den Kulturlandschaftsschutz diskreditieren zu wollen: Hier ist das rechtliche Kunststück gelungen, den Grünvolumenverlust auf dem Gartenschaugelände (auch) durch weiteren Grünvolumenverlust andernorts auszugleichen!

Auch das Abendblatt wirft auf Teilaspekte der Ausgleichsproblematik einen Blick: http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article2243065/Ausgleichsflaechen-werden-knapp-Trickserei-steigt.html

• Auch außerhalb des igs-Geländes dient die Gartenschau als Mittel zur Naturzerstörung. Da der neue (grünzerstörende) Parkplatz nah des Reiherstiegs für 3 Tage dem Dockville-Event zur Ver­fügung gestellt werden soll, wurde der letzte naturnah bewachsene Bereich in der Wilhelmsburger Mitte für einen 2. igs-Großparkplatz planiert. Um den Ausgleich wird sich wiederum weitgehend gedrückt: Die historische Planausweisung als Industriegebiet bzw. Sportplatz wird zur Relativierung der vorhan­denen ökologischen Wertigkeit genutzt. Letztendlich werden so die Kosten der Herrichtung einer weiteren Logistikfläche in der Mitte der Insel bei der Gartenschau so eine vorbereiten.

Für den Parkplatz am Reiherstieg dagegen haben igs und Hafenverwaltung vereinbart, auf den Ausgleich einstweilen gänzlich zu verzichten. Das ist schon nicht mehr kreativ, sondern schlichtweg rechtswidrig.

 

Der folgende Textteil beschäftigt sich mit grundsätzlichen Aspekten der Gartenschau.
Wandel des Gartenschaucharakters
Insgesamt hat sich das Projekt Gartenschau unter der Leitung des Herrn Baumgarten wegentwickelt von dem Park des Gewinnerentwurfs, der den Wert der Fläche noch in ihrem Bestand sah, einerseits hin zu einer Fläche, die es an Investoren abzuverkaufen gilt, andererseits – abgesehen von den temporären Ausstellungen der Gartengewerke – hin zu einem Hochleistungspark zur (kommerziellen) Freizeitverbringung, der eben keinen Platz mehr hat für Igel und Nachtigall, Sumpfwurz oder Eisenkraut.

 

Vorige Nutzung: Die igs erklärt gern, dass Herr Baumgarten aus einer nutzlosen Brache wertvolles Grün schaffe. Die 100-ha-„Brache“ allerdings war vorher etwa hälftig eine frei betretbare, naturnahe öffentliche Grünanlage und zur anderen Hälfte (genutztes!) Kleingartenland. Nur 9 ha waren weitgehend bewaldetes oder gewerblich genutztes ehemaliges Bahngelände.

 

Der Kanukanal ist besonders erwähnenswert. Die Neuanlage ist nun nicht für den Kanusport freigegeben und auch baulich mit seinen vielen rechten Winkeln nicht dafür geeignet. Seine Funktion für die Oberflächenentwässerung für die neu versiegelten Flächen erscheint aufgrund seiner Ausmaße ebenfalls fraglich, wodurch sich der Verdacht einer gigantischen Steuerverschwendung ergibt oder aber die Versiegelung weiterer großer Flächen des jetzigen Gartenschaulands vorgesehen ist.

 

Der Umgang mit dem öffentlichen Raum:

Privatisierung als Allheilmittel

 

Die igs-GmbH erhielt die ca. 100ha städtischen Landes anhandgegeben.

Zur Erklärung: http://real-estate.hamburg.de/anhandgabe/ (Anm. Okt.13: Der Link funktioniert nicht mehr; die Anhandgabe wird im Netz nicht mehr erklärt. Sie bedeutet, dass der Investor vorübergehend eigentumsgleiche Rechte am Grundstück erhält, ohne es kaufen zu müssen.)

 

Somit haben die Flächen also einen Zustand der Probe-Privatisierung erreicht, der die „Vermarktung der Immobilie“ erleichtern soll. In diesem Fall ist die Gartenschau-GmbH allerdings nicht die erhoffte endgültige Käuferin, sondern sie soll das Gelände für die Stadt verkaufen. Die Gartenschau dient hier zur Attraktivitätssteigerung der von der Stadt zum Verkauf bestimmten vormaligen Grünflächen. Mit Erfolg, wobei die IBA-GmbH allerdings beim Marketing helfen musste: Der Nordosten des Geländes ist jetzt mit diversen Gewerbeobjekten und Smart-irgendwas-Houses bebaut. Die aktuelle Gartenschaufläche beträgt nur noch etwa 50ha. (Ein Teil des Flächenverlusts rührt auch daher, dass es einigen Kleingartenvereinen gelang, Parzellenbereiche wieder aus dem Planungsgebiet herauszulösen.)

 

Konsequenz für die Bevölkerung: Durch die Anhandgabe ist das gesamte Grünflächenareal in der Wilhelmsburger Mitte vollständig schon seit April 2012 (bis angekündigt Mitte 2014) abgezäunt und der Öffentlichkeit entzogen. Naherholung ist nicht mehr möglich, Wegeverbindungen insbesondere für den unmotorisierten Verkehr – darunter überregionale Radrouten – sind unterbrochen. Der Nord-Süd-Radverkehr wird jetzt auf die Fahrbahn einer Straße mit hohem LKW-Anteil umgeleitet; dazu: http://www.inselrundblick.de/Archiv/2012/2012%2006_07.pdf (Link ist nicht erreichbar) (S. 26). Umwege von mehreren Kilometern sind unvermeidlich. Auch ist ein Spielplatz – der einzige für die Wohngebiete im Südwesten des Stadtteils – hinter dem Zaun ersatzlos verschwunden. Hier wird nebenbei deutlich: Bei der Umstrukturierung spielen die Bedürfnisse der existenten Bevölkerung keine Rolle.

 

Nachnutzung: Für den „Volkspark des 21. Jahrhunderts“, den die Gartenschau auf den nicht verkauften Flächen nach ihrem Abschluss hinterlassen will, ist keine dauerhafte öffentliche Finanzierung gesichert, es wird lediglich ein dahingehender „Wille“ bekundet. Weitere direkte oder indirekte Privatisierungen durch Vermehrung kommerzieller Nutzungen dürften sich dann als „Ausweg“ anbieten.

Dazu siehe u.a.: (Verlinkungen alle nicht mehr verfügbar)

http://www.igs-hamburg.de/fileadmin/Der_Park/neue_mitte/Hallenkomplex/Ausschreibung/igs2013_teilnahmewettbewerb_info_W.pdf (Link nicht mehr erreichbar) (da insbesondere Punkt 4, 5 und 7)

oder: http://www.igs-hamburg.de/fileadmin/Der_Park/neue_mitte/Verwaltungsgebaeude/igs_2013_ausschreibung_NM_150.pdf

oder: http://real-estate.hamburg.de/iba-igs/

 

 

Marktkonforme Umgestaltung des verbliebenen Stadtgrüns
Die Gestaltung des unverkauft gebliebenen Gartenschaulandes entspricht ganz der „Qualitätsoffensive Freiraum„, die bei Heiner Baumgar­tens ehemaligem Arbeitgeber, der Umweltbehörde, jetzt Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, entwickelt wurde. Diese Offensive sieht für das verbliebene öffentliche Grün Wandlung in pflegekostenminimierte intensiv nutzbare Freizeitverbrin­gungs­stätten vor, in denen für Naturschutzfunktionen kein Platz mehr ist.

Dazu wird ein Trend behauptet, dem die Politik nachkommen müsse: In der Freizeit seien Trendsportarten und Events gefragt. Dafür wird eine belast- und vermietbare Infrastruktur in die Grünanlagen gebaut.

Durch die so geschaffenen Freiflächen, bzw. flächendeckenden Sichtachsen, wird ganz nebenbei auch noch „Kriminalitätsprävention“ durch optimale Überwachbarkeit des Geländes erreicht. Lesen Sie weiter

September 27 2016

Weidezäune – die tödliche Gefahr füt Tier und Kind! #Kienberg #Wuhletal #Rehe

In unserem Wuhletal / Kienberg stellt sich zukünftig nicht die Frage, ob sich ein Reh auf der Flucht verletzt, sondern wird es verletzt oder stirbt es gleich am verhederten Weidezaun.

Weidezäune gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen, auch mit Strom. Strom ist allerdings für Kinder und Hunde weniger bekömmlich, für Kinder stellen solche Stromzäune in unserem Wuhletal eine enorme Gefahr dar. Die Weidezäune sind unakzeptabel und absolut nicht hinnehmbar!

Foto: Reh auf der zukünftigen Weidefläche
Foto: Reh auf der zukünftigen Weidefläche

Unsere noch wenigen verbliebenden Rehe haben garkeine Möglichkeit zu flüchten, wo sollen sie hinflüchten? Auf die Weiden können sie nicht flüchten, dort sind schon die Rinder von der Lüneburger Heide die später qualvoll geschlachtet werden sollen, ein Austausch Schlachtvieh gegen Rehwild.  Auf den Wegen als einzigen Rückzugsort (makaber, oder?) begegnen die Rehe Fußgängern, Radfahrern, Spaziergängern, Joggern und und und …..

 

Bitte lesen Sie den Pdf-Artikel durch, dieser stammt direkt von der Seite Tierschutz.com

weidezaeune-reh

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September 23 2016

[IGS2013 Hamburg] Landnahme durch die igs 2013: Entwerten – Aufwerten – Verwerten #Bürgerinitiative #Kienberg #Wuhletal

Landnahme durch die igs 2013: Entwerten – Aufwerten – Verwerten
Die IBA Hamburg hat eine Zwillingsschwester: die internationale gartenschau hamburg 2013 – zwar nicht eineiig und auch schon etwas älter, in ihrem Bewegungsradius begrenzter, aber dennoch sind beide ein Herz und eine Seele. So besteht die Geschäftsführung der beiden Durchführungsgesellschaften IBA GmbH und igs GmbH aus denselben beiden Personen, wobei der eine hier, der andere dort den Vorsitz übernommen hat. Vor allem aber sind sie in ihrer Funktion untrennbar, denn: »Gemeinsam mit der Internationalen Bauausstellung Hamburg (IBA Hamburg) ist die igs 2013 zentraler Motor für das Hamburger Stadtentwicklungsprogramm ›Sprung über die Elbe‹.«1 Nachdem der Motor gestartet war, walzte auch die igs über die Insel …Entwertung bestehender Flächen und Nutzungen
Zunächst wurde die Inbesitznahme des für die Gartenschau in Wilhelmsburg vorgesehenen Geländes mit Sprachfiguren wie »ein ehemals von Brachen und Verkehrstrassen zerfurchtes, in Zeit und Raum verloren gegangenes Gelände«2 vorbereitet. Durch stetige Wiederholung der Ausdrücke »Brache« und »Leere« sollten auch die Letzten begreifen, dass hier unverzügliches Handeln der igs geboten sei. Allerdings war das ca. hundert Hektar große Ausstellungsgelände zu Beginn der Übernahme durch die igs ungefähr so »leer« wie eine Talsperre vor der Flutung.
Auf der Hälfte des Areals befanden sich neun Kleingartenvereine mit ca. 850 Parzellen, die in die Gartenschau einbezogen werden sollten. In einer Bewerbungsbroschüre für die igs hieß es dazu: »In freundlicher Nachbarschaft rangeln die alteingesessenen Parzellenpächter um die prächtigsten Blütenpflanzen.«3 Das Ergebnis dieser Rangelei waren 193 zerstörte Parzellen, die zu fünf Vereinen gehörten, von denen einer komplett ausradiert worden war, sowie weitere Kahlschläge auf dem Vereinsgelände. In die Ausstellung sollte nur das integriert werden, was dem Hochglanzformat der igs entsprach. Dem hatte auch die 2007 gegründete Arbeitsgemeinschaft Zornige GartenZwerge nichts entgegenzusetzen, die statt Bestandsgarantien nur bessere Aufklärung und höhere Entschädigungen forderte.4 Inzwischen haben sich die meisten der noch existierenden Kleingartenvereine aus der Ausstellung
1 igs internationale gartenschau hamburg 2013 gmbh. Basisinformation. internationale gartenschau hamburg 2013 (igs 2013) ist moderne Stadtentwicklung in Grün. Hamburg 2012, S. 3. 2 »Ein Stadtteil wird erschlossen«, in: igs internationale gartenschau hamburg 2013 gmbh (Hg.): park news 02/2009, S. 2. 3 Freie und Hansestadt Hamburg, Umweltbehörde (Hg.): Hamburg im Fluss – IGA auf den Inseln. Internationale Gartenbauausstellung 2013 in Wilhelmsburg. Hamburg 2001, S. 44. 4 Vgl. Flugblatt »Arbeits-Gemeinschaft Zornige GartenZwerge Wilhelmsburg« [http://zukunft-elbinsel.de/ForumWIL/ZZ-Einladung%20Maerz-21.pdf].

 

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zurückgezogen und sind »ausgezäunt« worden – nur noch drei Vereine, teils stark gerupft und ausgedünnt, sind auf dem Gartenschaugelände verblieben und hoffen auf igs-rosige Zeiten. Das restliche igs-Areal umfasste ein kleineres Gelände, das die Deutsche Bahn nach der Verlagerung des dortigen Containerbahnhofs seit den 1980er Jahren profitneutral der Natur überlassen hatte, sowie einen großen Park mit teils zugewachsenen Biotopen, sodass Pflanzen und Tiere vor Menschen geschützt waren. Um die propagierte »Leere« in diesen und weiteren Bereichen, z.B. für temporäre Parkplätze, herzustellen, wurden mindestens 2.860 Quadratmeter Feuchtwiesen trockengelegt, vier Kilometer laufende Hecke vernichtet und weit mehr als 5.000 Bäume gefällt. Der gewünschte Effekt erinnerte dann an die zerbombten Parks und Grünanlagen der Nachkriegszeit, die durch BUGAs und IGAs bis in die 1960er Jahre wieder aufgebaut wurden.
Der vorgeschriebene Ausgleich für derartige Kahlschläge soll laut Bundesnaturschutzgesetz »in dem betroffenen Naturraum« stattfinden. Die gesetzlich vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen werden allerdings nur weniger als zur Hälfte auf dem igs-Gelände umgesetzt. Die Zerstörung durch die igs- Lärmschutzwand findet ihren Ausgleich an der Doven Elbe im entfernten Bergedorf – der weitaus größte Teil der Ausgleichsflächen befindet sich im Osten der Insel in Moorwerder und Stillhorn. Auch die hierfür vorgesehenen Flächen waren natürlich vor Beginn der Maßnahmen keineswegs »leer«, sondern erneut wurden intakte Biotope zerstört. Die Art des »Ausgleichs« spiegelt die typisch hamburgische Findigkeit wider: So will die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt das Gelände an der Autobahn A 1 »für Wiesenvögel, insbesondere den Kiebitz, interessanter«5 machen. Eigentlich ein löbliches Unterfangen, denn die Wiesenbrüter waren hier in der Tat vor geraumer Zeit durch staatliches Missmanagement vertrieben worden – allerdings nicht von dem durch die igs zerstörten Areal, denn dort gab es gar keine Wiesenvögel. Diese einfallsreiche Interpretation von »Ausgleich« illustriert die grundsätzliche Fragwürdigkeit des Begriffs.
Schließlich stellt sich die Frage, ob und wann die zarten Neupflänzchen denn tatsächlich als Ausgleich für die gefällten Bäume gelten können. Auch ohne fundierte Kenntnisse der Biologie dürfte klar sein, dass Baumersatz viele Jahrzehnte benötigt, und selbst optimistische Kreise wie BSU und Hamburger Abendblatt gehen davon aus, dass mindestens 25 Jahre notwendig sein werden. Entsprechend äußerte sich igs-Geschäftsführer Heiner Baumgarten »Ich werde nicht mehr erleben, dass hier der Specht klopft«, als er im März 2012 medienwirksam eine schüchterne Weißbuche mit fünf Zentimeter Stammdurchmesser ersatzpflanzte. Und selbst der
5 Ergebnisprotokoll der 42. Sitzung des IBA/igs-Beteiligungsgremiums vom 22.6.2010, S. 1.

 

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FDP-Abgeordnete Kurt Duwe kam nicht umhin, festzustellen: »Die Zerstörung bestehender Biotope kann nicht Sinn einer Gartenausstellung sein.«6 Die immense Naturzerstörung im Auftrag der igs löste so auch zahlreiche kleinere Proteste aus: von Postkartenaktionen und Unterschriftenlisten über Begehungen und Demonstrationen bis zur leider erfolglosen Besetzung des temporären igs-Parkplatzes.

 

Ökologische Kollateralschäden mit System
Historisch betrachtet haben sich die bundesdeutschen Gartenschauen seit 1945 vollständig gewandelt. In der Nachkriegszeit sollten diese Veranstaltungen einerseits der Bevölkerung die Themen Gemüseanbau und Selbstversorgung nahebringen, andererseits stand der Wiederaufbau der während des Zweiten Weltkriegs zerstörten Parkanlagen im Vordergrund.7 Am Ende der 1950er Jahre hatte das Wirtschaftswunder die Selbstversorger_innen in die Konsumgesellschaft überführt, überall wurden eifrig Neubauten hochgezogen. Schon zu Beginn der 1960er Jahre gab es kaum noch freie städtische Flächen, die in Parks hätten verwandelt werden können, sodass bereits vorhandene Parks und ehemalige Ausstellungsflächen »saniert« bzw. »überformt« wurden, wie es im Fachjargon heißt. Beispiel Hamburg: 1953 wurde im Rahmen der ersten Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) nach Kriegsende das 35 Hektar große Gelände Planten un Blomen gärtnerisch gestaltet. Für die zweite IGA 1963 wurde das bestehende Ausstellungsgelände um die benachbarten Wallanlagen auf 76 Hektar erweitert und landschaftsarchitektonisch in Szene gesetzt. Die dritte IGA 1973 »überformte« schließlich genau dieselben 76 Hektar mit Neuerungen wie Kinderspielplatz und japanischem Teehaus anstelle der seit 1963 gewachsenen Gehölze. Es geht also schon lange nicht mehr um die Schaffung von Parks für die gestresste Stadtbevölkerung oder um das erlebnisreiche Schnuppern an den »prächtigsten Blütenpflanzen« durch in Reisebussen herangekarrte Touristen, sondern um wirtschaftliche Profite.
Dies ergibt sich schon aus der Organisationsstruktur zur Durchführung von Gartenschauen: Veranstalterin der igs 2013 ist eine GmbH, deren Anteile zu zwei Dritteln der Stadt Hamburg gehören; ein weiteres Drittel der Beteiligung wird – wie bei allen Gartenshows – von der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft (DBG) gehalten. Im Fokus der DBG steht allerdings nicht der fröhliche Wettstreit um die schönsten Blümchen, sondern als Interessenvertretung des gesamten organisierten Gartenbaus Deutschlands ist ihre
6 Peter Müntz: igs-Ausgleich braucht 30 Jahre. FDP moniert den Umgang mit Flächen und Biotopen, in: Der Neue Ruf vom 24.3.2012, S. 3. 7 Vgl. Sachse, Georg. Zwischen traditioneller Gartenausstellung und Event – Gartenschauen in Deutschland: Risiken und Chancen für die Entwicklung. Masterarbeit. Kassel 2010, S. 26. Lesen Sie weiter

September 20 2016

[Erinnerung] IGS 2013 Hamburg Megaflop mit 37.000.000 Mio Defizit

Internationale Gartenschau 2013

Die Internationale Gartenschau 2013 (kurzIGS 2013) fand vom 26. April 2013 bis zum 13. Oktober 2013 in Hamburg auf der Elbinsel Wilhelmsburg statt.

GeschichteBearbeiten

Hamburg hatte sich 2001 für die Durchführung der IGS 2013 beworben. Für die Gestaltung des Geländes stellte Hamburg ein Budget von rund 70 Millionen Euro bereit. Im Realisierungswettbewerb wurde im November 2005 RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten als Preisträger ermittelt. Kritisiert wurde die Planung wegen der mit ihr einhergehenden dauerhaften Zerstörung städtischer Spontanvegetation[1]mit Fällung von mindestens 2228 Bäumen.[2]Die Ausgleichsmaßnahmen im Osten der Elbinsel ersetzten „bestehende Wiesenlandschaft“ lediglich durch „künstliche Natur“ in Form von Baumpflanzungen.[3]

Die Internationale Gartenschau 2013 wurde am 26. April in Anwesenheit des Bundespräsidenten Joachim Gauck und des Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholzeröffnet.[4] Sie ist die erste Gartenschau in Hamburg nach 40 Jahren. Der Zugang zur Gartenschau befindet sich in der Nähe zum S-Bahnhof Wilhelmsburg.

Im Juli 2013 vermeldete Hamburg.de, dass bislang lediglich ein Drittel der erwarteten Besucher die Leistungsschau der Gartenbauindustrie besucht hat. Der Rechnungshof der Freien und Hansestadt Hamburg hatte in seinem Jahresbericht 2012 ausdrücklich vor Mindereinnahmen durch zu hoch angesetzte Besucherzahlen gewarnt (in der Machbarkeitsstudie 2001 wurden 5 Mio. Besucher erwartet, später nur noch 2,5 Mio.). Der Rechnungshof geht von Gesamtkosten von 154 Mio. Euro aus. Der budgetierte Einnahmeüberschuss war angesichts der geringen Besucherzahlen (insgesamt 1,05 Mio.) nicht zu realisieren. Vielmehr entstand ein Defizit von 37 Mio. Euro, das durch Umschichtungen aus dem städtischen Haushalt finanziert werden soll.[5]

Das Gelände wurde am 14. Oktober 2013 in weiten Teilen zum öffentlichen Park (Wilhelmsburger Inselpark). Die Kosten seiner Pflege werden für 2014 mit 1,4 Mio. Euro angegeben.[6]

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September 20 2016

[Erinnerung] Rückbau der Einzäunung des Landschaftsraumes Kienberg-Wuhletal-Friedenspark #BVV #Kienberg #Wuhletal

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Thema Masterplan Gärten der Welt / IGA 2017 wird in unserem Bezirk, insbesondere aber in den am Planungsgebiet angrenzenden Wohngebieten immer brisanter. Spätestens seit Beginn der massiven Einzäunung glaubt kaum noch ein Bürger, dass die Zäune zeitnah nach der IGA 2017 wieder vollständig zurück gebaut werden. Daran ändern auch die mannigfaltigen Beteuerungen diverser Personen des öffentlichen Lebens nichts.

Unser Naherholungsgebiet darf weder mit Zugangsbeschränkungen, Nutzungsänderungen, Parkordnungen, Öffnungszeiten oder gar Eintrittsgeldern belegt werden. Auch die menschenunwürdige Überwachung durch den Sicherheitsdienst hat zu unterbleiben.

Bitte bringen Sie folgenden Antrag in der nächsten BVV zur Abstimmung ein:

„Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen, der Grün Berlin GmbH und dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf aufzutragen, die ab November 2014 neu errichtete Einzäunung am Kienberg und im Wuhletal (und künftig auch am Friedenspark) unmittelbar nach der IGA 2017 – spätestens jedoch bis zum 31.12.2017 – vollständig zurück zu bauen. Der Zaunverlauf des Erholungsparks Marzahn hat dem von 2013 zu entsprechen. Der vollständige Rückbau der Einzäunung muss vertraglich unumstößlich festgeschrieben werden. Der bestehende Nutzungsvertrag zwischen dem BA Marzahn-Hellersdorf und der Grün Berlin GmbH ist dahingehend zu ändern bzw. zu konkretisieren.“

Seit 1994 haben sich die Flächen des Erholungsparks Marzahn mehr als versechsfacht. Stück für Stück haben sich die grünen Doppelmattenzäune in die Landschaft gefressen. Einmal eingezäuntes Gebiet wurde bislang nie wieder frei zugänglich gemacht.

Nach der IGA 2017 geht es weiter. Die IBA 2020 (Internationale Bauausstellung) steht in den Startlöchern. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gerät bereits ins Schwärmen: „Eine Internationale Bauausstellung (IBA) … . Sie ist gewissermaßen ein temporärer Ausnahmezustand. Da eine IBA außerhalb des Tagesgeschäfts von Stadtentwicklung agiert, kann sie scheinbar unumstößliche Rahmenbedingungen in Frage stellen und weitgehend unabhängig von sogenannten Sachzwängen Innovationen erzeugen.“

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September 20 2016

[Archivbeitrag] IGS 2013 – eine harmlose Blümchenschau? #ibanigsda.org #Erfahrungsbericht

Vom 26. April bis zum 13. Oktober öffnet die internationale gartenschau hamburg igs 2013 ihre Tore. 2,5 Millionen BesucherInnen werden erwartet, um sich an dem farbenprächtigen Blütenspektakel zu erfreuen. Für die Hamburg Tourismus GmbH ist die 120 Millionen Euro teure Ausstellung neben den Musicals in der Stadt “der touristische Höhepunkt in diesem Jahr”. Und auch der Bürgermeister Olaf Scholz jubiliert: “Wilhelmsburg bekommt mit der igs 2013 eine grüne Mitte!” Ein Grund zur Freude für alle? Nein, wir freuen uns nicht. Denn wie schon ihre Vorgängermodelle Internationale Garten­bauausstellung IGA, Bun­desgartenschau BUGA oder Lan­desgarten­schauen LGS bringt auch die igs 2013 einschneidende negative Veränderungen für BewohnerInnen und Umwelt in Wilhelmsburg.

Mit 80 Äxten ins Gehölz

Alle zwei Jahre veranstaltet die Anteilseignerin der igs 2013 GmbH, die Deutsche Bundesgartenschaugesellschaft (DBG), eine Messe für die Gartenbauindustrie, die hier kostenlos auf öffentlich subventionierten Präsentationsflächen ihre Waren und Dienstleistungen ausstellt. Um diese Flächen in Wilhelmsburg zu schaffen, bediente sich die igs – ebenso wie ihre Schwestergesellschaft, die Internationale Bauausstellung IBA – wortgewaltiger Sprechblasen, die das vorgesehene Terrain als “ein ehemals von Brachen und Verkehrstrassen zerfurchtes, in Zeit und Raum verloren gegangenes Gelände” in Szene setzten.

Um die so propagierte “Leere” in diesen und weiteren Bereichen, z.B. für temporäre Parkplätze, her­zustellen, holte die igs zum großen Kahlschlag aus: Ihr Geschäftsführer Heiner Baumgarten, gleichzeitig Vorsitzender des BUND Niedersachsen, ließ min­destens 2.860 Quadratmeter Feuchtwiesen trockenlegen, vier Kilometer laufende Hecke und zahlreiche – auch gesetzlich geschützte – Biotope vernichten. Darüber hinaus wurden offiziell Fällgenehmigungen für ca. 5.000 Bäume erteilt; da diese jedoch nur Bäume mit einem Stammdurchmesser von mindestens 25 cm umfassen, ist die Zahl der gefällten Bäume deutlich höher anzusetzen.

Auch die Kleingärten blieben nicht verschont. Ursprünglich sollten neun Kleingartenvereine mit ca. 850 Parzellen in die Gartenschau einbezogen werden – bis zum großen Kahlschlag: Nachdem die igs 193 Parzellen in fünf Vereinen zerstört, einen Kleingartenverein komplett dem Boden gleichgemacht und weitere Verwüstungen auf den Vereinsgeländen veranstaltet hatte, haben sich bis auf drei Vereine alle anderen aus der Ausstellung herausgezogen und sind mittlerweile ausgezäunt worden. Die Gartenschau sah sich gezwungen, selbst eine Kleingartenanlage dazu zu bauen, die dann der Dachorganisation der Hamburger Kleingartenvereine zur weiteren Gestaltung übergeben wurde.

Für diejenigen, die Wilhelmsburg vor dem Jahreswechsel 2009/10 kannten, müssen die Worte von Olaf Scholz also korrigiert werden: “Wilhelmsburg hatte vor der igs 2013 eine grüne Mitte!”

Instrument der Stadtentwicklung

Bereits seit 1951 werden Gartenschauen als ‘Motor der Stadtent­wicklung’ vermarktet. So sieht sich auch Jochen Sandner, Geschäftsführer der DBG, in dieser Funktion: “Gartenschauen stoßen integrierte Stadt- und Regionalent­wicklungsprozesse an.” Auch für die Stadt Hamburg, Hauptanteilseignerin der igs 2013 GmbH, ist dies die wesentliche Aufgabe der Gartenschau. In Zeiten chronisch leerer Staatskassen steht dabei die Privatisierung öffentlicher Räume im Vordergrund. Dementsprechend hat auch die igs v. a. durch Verpachtung städtische Bauten und Grundstücke dem kostenlosen Zugang entzogen: das denkmalgeschützte Wasserwerk wurde zum Gourmettempel, 70.000 Quadratmeter wurden an den Hochseilgarten, weitere 6.000 Quadratmeter an die Kletterhalle verpachtet. Ferner sind jetzt 12.000 Quadratmeter im Besitz der Bäderland Hamburg GmbH, und die 4.500 Quadratmeter große Ausstellungshalle geht nach Ausstellungsende auf den Verein Sport ohne Grenzen e. V. über. Lesen Sie weiter

September 20 2016

[Erinnerung] Wilhelmsburg nach der IBA/IGS 2013: Was war, was ist? #Linksfraktion

Wilhelmsburg ist an vielen Stellen immer noch Baustelle. Und an vielen Stellen hat sich der Stadtteil, wie in der Wilhelmsburger neuen Mitte, sehr verändert. Wo früher Bäume standen, stehen nun „innovative“, uniforme, bauklotzähnliche IBA-Bauten, in denen zu wohnen sich nur Besserverdienende leisten können. Der riesige, bunte Neubau der BSU (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt) aber, der dort über allem thront, macht klar, dass man sich in der neuen Mitte Wilhelmsburgs aufhält und nicht in irgendeinem Neubaugebiet. Das alles ist Geschmackssache. Aber so viel wie in Senats- und Behördenpressemitteilungen gejubelt wird, hat Wilhelmsburg nicht wirklich gewonnen.

Im Gegenteil haben die Wilhelmsburger BürgerInnen sehr viel ertragen müssen. Sie haben zugesehen, wie tausende Bäume ihrer grünen Insel gefällt wurden. Sie haben zugesehen, wie Kleingartensiedlungen, die bereits seit den 1930er Jahren bestanden, niedergerissen wurden. Selbst vor Biotopen hat man nicht Halt gemacht. Viele Tiere wurden dadurch verdrängt oder einfach getötet. Seit 2008 wurde der gesamte Park südlich der Mengestraße eingezäunt. Nach der Ausstellung wurde zwar der Park an die
BürgerInnen übergeben, der Zaun aber blieb und soll, wenn es nach der Verwaltung geht, auch bleiben. Bisher soll der Park eintrittsfrei am Tage zu begehen sein. Nachts soll er jedoch geschlossen bleiben,
um die chaotischen WilhelmsburgerInnen davon abzuhalten, die teuren Installationen zu zerstören. Man hatte immer wieder betont, dass auch Wilhelmsburger Betriebe in die Bauarbeiten einbezogen werden sollten. Dafür hat die IBA jedoch keinen Finger krumm gemacht. Wenn man den Gerüchten im Stadtteil glauben schenken darf, gingen Aufträge im Wert von lediglich 1,2 Prozent des Gesamtvolumens an Betriebe im Stadtteil.

Die Mieten wiederum stiegen um rund zwanzig Prozent. Normale, bezahlbare Wohnungen sind in Wilhelmsburg im Moment so gut wie nicht zu haben. Und so genannte Sozialwohnungen, also Wohnungen im ersten und zweiten Förderungsweg, wurden nur sehr wenig gebaut. Die SAGA hat zudem einige von den Häuserblöcken mit kleinen, günstigen Wohnungen abgerissen und bei der Sanierung der anderen Blöcke aus zwei kleinen eine große Wohnung gemacht. Das führte dazu, dass die meisten der ehemaligen Mieter nicht zurückkehren konnten.

Es stellt sich nun also wirklich die Frage, was Wilhelmsburg um so viel lebenswerter gemacht haben soll wie angekündigt wurde und jetzt bejubelt wird:

  • Haben wir nun mehr grüne Umwelt?
    Nein, leider nicht. Eher weniger und teilweise eingezäunt.
  • Haben wir mehr Arbeitsplätze?
    Nein, unsere Wilhelmsburger Betriebe haben so gut wie nicht profitiert.
  • Haben wir nun mehr günstigeren und schönen Wohnraum?
    Leider auch nicht.

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September 15 2016

Das Schlachtvieh der IGA 2017 im Wuhletal #Halal

Ab Oktober 2016 wird Schlachtvieh das Wuhletal auf insgesamt  3 Weideflächen beweiden. Ziel ist es, die Tiere zwischenzeitlich halal zu schlachten und das daraus gewonnene Fleisch zu verkaufen. Insbesondere hochwertige Rinder und Schafe wird es treffen.

Bitte meldet euch bei Youtube an, bestätigt, dass ihr über 18 Jahre alt seid und lasst die grausamen Bilder auf euch wirken.  Das ist die IGA 2017 und ihre ökologische  Denkweise von Schlachtvieh. Der Verein, der dieses Projekt begleitet  den nennen wir euch sehr bald!

 

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September 14 2016

[Bürgerinitiative Kienberg-Wuhletal] KIENBERG FÜR ALLE??? – falsches Spiel mit dem Bürger #IGA2017 #Gräff

#iga2017 #Landraub #AGH #BVVmahe #SozialeStadt

KIENBERG FÜR ALLE??? – falsches Spiel mit dem Bürger

JETZT IST DIE KATZE AUS DEM SACK! DIE VEREINBARUNG ZUM RÜCKBAU DER EINZÄUNUNG FÜR DIE IGA 2017 IST NICHT RECHTSVERBINDLICH!!!

Dank der unermüdlichen Nachfragen des Abgeordneten Uwe Doering (kandidiert leider nicht mehr ), kommt die Wahrheit zum Vertrag mit der Grün Berlin GmbH Stück für Stück ans Tageslicht.

Staatssekretär Gaebler (SPD) – zufällig im Vorsitz der Aufsichtsräte der Grün Berlin GmbH und der IGA Berlin 2017 GmbH – bekennt auf die Frage von Herrn Doering: „Wo ist der Rückbau der Einzäunung rechtsverbindlich festgelegt und nachzulesen?“ Antwort von Gaebler: „ DER RÜCKBAU IST NICHT RECHTSVERBINDLICH FESTGELEGT.“

Vorweg heißt es: „Im Nutzungsvertrag zwischen dem BA Marzahn-Hellersdorf und der Grün Berlin GmbH wurde in §4 (4) der Fortbestand der Einzäunung geregelt. Das Abgeordnetenhaus von Berlin wurde selbstverständlich auch in dieser Angelegenheit informiert.“

Erinnert Ihr Euch an die Worte von Stadtrat Gräff (CDU) vom 7.11.2013?: „Mit mir wird es keine dauerhafte großräumige Einzäunung des Wuhletals geben.“ Eben dieser Stadtrat hat den Kienberg, das angrenzende Wuhletal und den Friedenspark wenige Wochen später an die Grün Berlin GmbH übertragen und die Zaunstellung genehmigt.

Wir haben von Anfang an vor den Konsequenzen der großflächigen Einzäunung unseres wohnortnahen Erholungsraumes gewarnt. Unzählige wissenschaftliche Studien beweisen, dass besonders in sozialen Brennpunkten durch die Reduzierung von kostenlosen und naturnahen Freiräumen die Radikalisierung der Gesellschaft rapide voran schreitet. Als abzusehen war, dass der Zaun für die IGA 2017 dennoch gestellt wird, haben wir gefordert, die Einzäunung während der Baumaßnahmen auf ein Minimum zu beschränken, damit der Bevölkerung so lange als möglich wenigstens einzelne Abschnitte des Naherholungsgebietes zur Verfügung stehen. Vergebens.

Uwe Doering fragt nach: „Wieso verzichtete man darauf, der Bevölkerung einzelne Abschnitte auch während der Vorbereitung der IGA 2017 noch als Naherholungsgebiet zur Verfügung zu stellen?“ Gaeblers Antwort: „Die IGA folgt mit der Zaunstellung der eindeutigen Empfehlung der Abteilung ‚Städtebauliche Kriminalprävention’ der Berliner Polizei.“ NA DAS KLAPPT JA GANZ WUNDERBAR!!! (*Sarkasmus off*). Zumindest hier am #Kienberg ging dieser Schuss nach hinten los. Die Zäune liegen in schöner Regelmäßigkeit fein säuberlich gefaltet am Boden. Dennoch beharren die Behörden weiterhin auf ihrer „Präventionsstrategie“. Lesen Sie weiter